Meiningen

Meiningen ist eine Kreisstadt und Kulturstadt

im fränkisch geprägten Süden Thüringens.

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Meiningen übt die Funktion eines Mittelzentrums aus und ist als Mittelstadt die größte Stadt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Sie ist das Kultur- und Justizzentrum Südthüringens sowie ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum der Region. Die Erfüllende Gemeinde Meiningen hat 27.879 Einwohner.

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Durch die Reformation wurde Meiningen im Jahr 1544 überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Gemeinde hat seitdem die Stadtkirche Unserer lieben Frauen als Domizil. Sie gehörte später zur Evangelischen Landeskirche Sachsen-Meiningen, die 1920 in der Evangelischen Landeskirche Thüringen aufging und die Stadt weiter zum Sitz des Kreiskirchenamtes Meiningen und einer Superintendentur wurde. Nach der Fusion der Evangelischen Landeskirche Thüringen mit der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am 1. Januar 2009 etablierte man in Meiningen den Regionalbischofssitz des Propstsprengel Meiningen-Suhl und den Sitz des Kirchenkreises Meiningen.

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Ein schwerer amerikanischer Luftangriff auf Meiningen am 23. Februar 1945 mit 49 „Fliegenden Festungen“ B-17 und 145 Tonnen Bombenlast forderte 208 Tote, zerstörte 251 Häuser und zwei Brücken total und beschädigte 440 Gebäude, unter anderem die gesamte Westseite des Marktplatzes mit dem neugotischen Rathaus. Einheiten der 11. Panzerdivision der United States Army nahmen am 5. April nach kurzem Kampf die Stadt ein, die sie am 6. Juli 1945 der Roten Armee übergaben.

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Von 1952 bis 1990 gehörte Meiningen als Kreisstadt des Kreises Meiningen zum Bezirk Suhl. Mit dem Bau eines Werkes für Mikroelektronik entstand von 1968 bis 1982 im Norden zwischen Helba und Welkershausen der neue Stadtteil Jerusalem. 1988 begann die Städtepartnerschaft mit Neu-Ulm. Im Herbst 1989 war die Stadt ein bedeutendes Zentrum der politischen Wende in Südthüringen.

Das nur einen Kilometer entfernte Dreißigacker wurde am 1. Oktober 1990 eingemeindet. Am 3. Oktober 1990 kam Meiningen zum wiedergegründeten Land Thüringen. In den 1990er-Jahren wurde die Stadt wieder eine bedeutende Kunst- und Kulturstadt, die sie bereits bis in die 1950er-Jahre war. Des Weiteren entstanden in den 1990er Jahren bei einem Bauboom zahlreiche Wohnanlagen und öffentliche Großbauten. 1994 wurde Meiningen zur Kreisstadt des neugebildeten Landkreises Schmalkalden-Meiningen bestimmt. Mit dem Bau der A71 erhielt die Stadt im Jahr 2003 einen direkten Anschluss an das deutsche Autobahnnetz.

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Das „Meininger Theater“ ist ein Vier-Sparten-Theater und wird von der Stadt Meiningen, dem Landkreis und dem Land Thüringen geführt. Das Theater firmierte bis Anfang 2017 als Südthüringisches Staatstheater. Intendant ist seit 2005 Ansgar Haag. Das 1831 gegründete Theater bietet auf den Bühnen Großes Haus und Kammerspiele Musiktheater, Schauspiel, Ballett (Thüringer Landestheater Eisenach) sowie Puppentheater und Konzerte. Der „Theaterjugendclub“ und die „Bürgerbühne“ des Hauses führen in den Kammerspielen aktuelle Stücke zu jugendlichen und gesellschaftlichen Themen auf.

Eine besondere Bedeutung hatte das Haus, das sich bis 1920 „Meininger Hoftheater“ nannte, Ende des 19. Jahrhunderts, als das die „Meininger“ genannte Ensemble unter der Leitung des „Theaterherzogs“ Georg II. eine führende Rolle bei der Durchsetzung des modernen Regietheaters im Schauspiel in Europa einnahm.

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Meiningen hatte im Mittelalter durchschnittlich 2.000 Einwohner und zählte mit der aus heutiger Sicht geringen Einwohnerzahl zu den größten Städten im Hochstift Würzburg. 1545 lebten 2.200 Menschen in der Stadt. Die Zahl stieg bis 1634 durch eine wirtschaftliche Blüte auf 4.800 an. Im Dreißigjährigen Krieg dezimierten sich die Einwohner innerhalb weniger Jahre durch Tod und Vertreibung auf 1.300. Bei der Erhebung Meiningens zur Haupt- und Residenzstadt 1680 lebten rund 2.000 Menschen in der Stadt. Anfang des 19. Jahrhunderts überstieg die Einwohnerzahl die Zahl 5.000 und wuchs durch die Entwicklung einer bescheidenen Wirtschaft und die Funktion als Hauptstadt stetig weiter bis auf 22.305 im Jahr 1939 an. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein stärkerer Anstieg auf 25.345 durch Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten fiel aber 1950 wieder auf 23.484 Einwohner ab. Ihren Höchststand erreichte die Einwohnerzahl 1983 mit 25.905 (Hauptwohnsitz).

Nach der Deutschen Wiedervereinigung verlor Meiningen mit dem plötzlichen Wegfall tausender Arbeitsplätze und der daraus resultierenden Abwanderung, durch Geburtenrückgang und Suburbanisierung rund 5.500 Einwohner. Ab 2009 konnte eine annähernde Stabilisierung und ab 2011 wieder ein Wachstum der Einwohnerzahl (ohne Eingemeindungen) erreicht werden. Da es seit 2010 weitaus mehr Zuzüge als Wegzüge gibt, konnte der Sterbeüberschuss gegenüber Geburten mehr als ausgeglichen werden.

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