Konzentrationslager Terezín (Theresienstadt)

Dieser Ort verkörpert eines der dunkelsten Kapitel des 20. Jahrhunderts

Das „Theresienstädter Konzentrationslager“ erfüllte vier Aufgaben: Es war Gestapo-Gefängnis, Transitlager auf dem Weg in die großen Vernichtungslager; es diente im Rahmen der Judenpolitik der Vernichtung von Menschen und – zeitweilig – der NS-Propaganda als angebliches „Altersghetto“.

Heute ist Terezin (früher Theresienstadt) eine verschlafene Landstadt im Nordwesten Böhmens. Die Stadt erlebte die dunklen Tage des Holocaust in 1940-1945, als 140.000 Menschen von den Nazis hierher deportiert wurden. Der Ort diente als Ghetto, Gestapo- Gefängnis und ein Konzentrationslager.

Die Gedenkstätte Terezin ist die einzige Einrichtung dieser Art in der Tschechischen Republik, und ihre wichtigste Aufgabe ist es, den Opfern der Naziverfolgung während der Besetzung der tschechischen Gebiete während des Zweiten Weltkriegs zu gedenken.

Die Gedenkstätte besteht aus über zehn historischen Stätten – einer kleinen Festung, einem Ghetto-Museum, Friedhöfen, dem Krematorium, Eisenbahngleisen und anderen. Tausende von Menschen starben hier an Folter, Unterernährung und Krankheit.

Für viele war es die letzte Station vor Vernichtungslagern wie Treblinka und Auschwitz.

Das ist der Weg nach Theresienstadt, den Tausende mühsam beschritten,
und jeder von all den Tausenden hat hat das gleiche Unrecht erlitten.
Sie gingen ihn mit gesenktem Haupt, den Davidstern über dem Herzen,
die müden Füße wund und bestaubt, die Seelen gequält von Schmerzen.
Von schwerer Bürde zerschunden die Hand, getrieben von rauen Befehlen,
o endloser Weg im Sonnenbrand, mit durstgepeinigten Kehlen.

Das ist der Weg nach Theresienstadt, der unser Herzblut getrunken,
wo sterbend auf den steinigen Pfad manch müder Greis gesunken.

Es ist ein Weg voll Elend und Grauen, wo Ströme von Tränen geflossen,
die klagende Kinder und stöhnende Frauen in hilflosem Jammer vergossen.
Hier wankten Greise mit irrem Blick im ergebenen Trott der Herde.
Wie viele gehn nie mehr den Weg zurück, denn gnädig umschließt sie die Erde.

Das ist auch der Weg, den hinab mit Hast laut dröhnend rollten die Wagen,
die unablässig die ächzende Last, die Totgeweihten, getragen.

Das ist der Weg nach Theresienstadt, mit Leiden ungemessen,
und wer ihn einmal gesehen hat, der wird ihn nie mehr vergessen.


Aus: Ilse Weber, „Wann wohl das Leid ein Ende hat“ Briefe und Gedichte aus
Theresienstadt – herausgegeben von Ulrike Migdal, © Carl Hanser Verlag, München, 2008.



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