Hohenzollernburg

Die Burg Hohenzollern ist die Stammburg des Fürstengeschlechts und des ehemals regierenden preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses der Hohenzollern. Sie liegt in Baden-Württemberg in der Nähe von Tübingen, auf der Gemarkung der Gemeinde Bisingen, zu deren Ortsteil Zimmern sie gehört.

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Hohenzollern ist eine Gipfelburg, eine auf einem Berggipfel errichtete Höhenburg. Die Vorteile dieses strategisch gewählten Standpunkts bestanden zum einen in der Unerreichbarkeit. Über die steil ansteigenden Bergflanken gestalteten sich Angriffe auf die Burg schwierig, je nach Gelände sogar unmöglich. Zum anderen konnte man auch den Beschuss des Burginneren verhindern, wenn sich die Burg auf dem höchstgelegenen Punkt der Umgebung befand. Auch der repräsentative Wert der Burg wurde durch die besondere Lage gehoben.

Allerdings ergaben sich für Gipfelburgen versorgungstechnische Schwierigkeiten: Mangels ausreichend starker Pumpen war eine Wasserversorgung problematisch, sofern keine Quelle in der Nähe lag. Das Anlegen von Burgbrunnen war sehr aufwendig. Auch der Transport von Lebensmitteln, Nutztieren und anderen Gütern wurde durch den Standort erschwert. Die widrigen Witterungsverhältnisse auf Berggipfeln erschwerten das Burgleben zusätzlich.

Ein weiteres Problem ergab sich aus der Abgelegenheit der Burgen. Das Ausrücken von bewaffneten Fußsoldaten wurde durch das Gelände behindert, mehr noch das von Reitern. Die Kontrolle der umliegenden Gebiete war deshalb nur unzureichend möglich.

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Das Bauwerk, das fast die ganze Bergkuppe bedeckt, besteht hauptsächlich aus vier Elementen: den Befestigungsanlagen, dem Schlossgebäude, den Kapellen und dem Burggarten. Das Adlertor mit seiner Zugbrücke bildet den Eingang. Durch vier Windungen gelangt man in den Burghof. Die erste Windung dreht sich um den Wilhelmsturm. Man gelangt über den Zwinger zur zweiten Windung, dem niederen Vorwerk. Von hier aus führt die dritte Windung im Gewölbe des spiralförmigen Rampenturms und die vierte Windung direkt darüber mit unbedeckter Auffahrt. Dann erreicht man die südöstliche Schnarrwachtbastei mit Ausblick auf Boll und den Dreifürstenstein. Von dort aus kann man durch den quadratischen oberen Torturm über einen geradlinigen Anstieg den Burghof erreichen oder über die Bastionen von außen das Schlossgebäude umschreiten. Gegen den Uhrzeigersinn folgen auf die Schnarrwachtbastei die Neue Bastei (Nord-Ost), die Fuchslochbastei (Nord), der Spitz (Nord-West), die Scharfeckbastei (West), die Gartenbastei (Süd-West) und die St. Michaelsbastei (Süd). Zwischen den Basteien findet man die Standbilder der preußischen Könige.

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Das Schlossgebäude bildet ein nach Süd-Osten geöffnetes U, dessen Enden die evangelische und die katholische Kapelle bilden. Der äußere Umriss benutzt die alten Grundmauern der zweiten Burganlage. Über den alten Kasematten erheben sich die dreistöckigen Bauwerke, die mit vielen Türmchen und Fialen verziert sind. Die vier Haupttürme sind in der Reihenfolge gegen den Uhrzeigersinn der zur Fuchslochbastei ausgerichtete Kaiserturm, der Bischofsturm zum Spitz, der Markgrafenturm hin zur Scharfeckbastei und der Michaelsturm noch vor der Gartenbastei. Im Burghof befindet sich der Wartturm, der sich als Treppenturm an den Fürstenbau mit Grafensaal und Bibliothek schmiegt und auf dem bei Anwesenheit des Burgherrn die Fahne gehisst wird.

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Eine Freitreppe führt zur Stammbaumhalle. Dort ist an Wänden der Stammbaum der Familie Hohenzollern aufgemalt. Von ihr gelangt man in den Grafensaal, der die ganze Breite des Südflügels einnimmt. Sein spitzbogiges Rippengewölbe wird von acht rötlichen, freistehenden Marmorsäulen getragen. Die ebenfalls spitzbogigen Fenster tragen Grisaillen und farbige Malereien von Stüler. Unter dem Grafensaal liegt die ehemalige Schlossküche, heute Schatzkammer. An den Grafensaal grenzen der Kaiserturm und die Bischofsnische, danach schließt sich die mit Wandgemälden von Wilhelm Peters zur hohenzollerischen Geschichte verzierte Bibliothek an. Im Markgrafenturm befindet sich der Salon des Königs, der heute auch abweichend von der Terminologie Stülers als Markgrafenzimmer bezeichnet wird.

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Durch verschiedene private Gemächer kommt man schließlich in den Salon der Königin. Wegen der mit blauem Samt bezogenen Polstermöbel wird er auch als Blauer Salon bezeichnet. Das Parkett besteht aus fünf verschiedenen Hölzern. Von einem Aussichtserker blickt man auf den Albtrauf, an den Wänden hängen Familiengemälde: Königin Luise, Kaiserin Augusta, Kaiserin Viktoria und Prinz Waldemar von Preußen, letzteres von Viktoria selbst gemalt. Der Sekretär der Königin wurde nach Entwürfen Stülers geschaffen. Das Sèvres-Service stammt aus dem Besitz Napoléons und wurde von preußischen Truppen in der Schlacht von Waterloo erbeutet. In der Dienerschaftshalle ist ein Gemälde Franz von Lenbachs bemerkenswert, das Wilhelm I. kurz vor seinem Tod zeigt. Der wuchtige Schreibtisch Wilhelms II. dominiert den ansonsten durch die Verwendung verschiedener Hölzer bei Parkett und Vertäfelung intimen Charakter des Raumes.

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Ein Stockwerk tiefer gelangt man über die Waffenkammer in die Schatzkammer. Sie enthält unter anderem eine Courschleppe der Königin Luise aus Seidendamast, den Waffenrock Friedrichs des Großen aus der Schlacht bei Kunersdorf, die Schnupftabaksdose, die ihm das Leben rettete, seine Krückstöcke, zwei seiner Traversflöten und edelsteinbesetzte Tabatièren. Höhepunkt ist die mit 18 Brillanten und 142 zu Rosen geschliffenen Diamanten verzierte Krone Wilhelms II.

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Friedrich II. oder Friedrich der Große (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam), volkstümlich der „Alte Fritz“ genannt, war ab 1740 König in und ab 1772 König von Preußen und ab 1740 Kurfürst von Brandenburg. Er entstammte der Dynastie der Hohenzollern.

Friedrich gilt als ein Repräsentant des aufgeklärten Absolutismus. So bezeichnete er sich selbst als „ersten Diener des Staates“.[1] Er setzte tiefgreifende gesellschaftliche Reformen durch, schaffte die Folter ab und forcierte den Ausbau des Bildungssystems.

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Die Burg war nach dem Wiederaufbau niemals für längere Zeit bewohnt, sie hatte ausschließlich repräsentative Funktion. Nur der letzte preußische Kronprinz Wilhelm lebte nach seiner Flucht aus Potsdam Ende 1945 einige Monate auf der Burg. Wilhelm, seine Frau, Kronprinzessin Cecilie, und mehrere ihrer Kinder sind auf dem kleinen Familienfriedhof im Offiziersgärtchen der St.-Michaels-Bastei der Burg bestattet.

Die Urnen von Prinz Louis Ferdinand, seiner Frau Kira und einiger ihrer Kinder sind in der russisch-orthodoxen Auferstehungskapelle beigesetzt. Ab 1952 befanden sich die Särge der Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrichs des Großen auf der Burg. Nach der Wiedervereinigung wurden sie 1991 wieder nach Potsdam überführt.

Die Burg Hohenzollern ist nach wie vor Privateigentum. Sie gehört zu zwei Dritteln der brandenburgisch-preußischen Linie des Hauses Hohenzollern, zu einem Drittel der schwäbischen Linie. Hausherr ist seit 1994 der amtierende Chef des Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preußen.

Es existiert ein Café-Restaurant sowie im Sommer eine Außengastronomie mit 150 Sitzplätzen im Schatten der Königslinden im Burggarten.

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Alle Angaben wurden entnommen aus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hohenzollern

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