Annweiler

Annweiler am Trifels ist eine Stadt und gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Südliche Weinstraße. Sie ist zugleich Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Annweiler ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.

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Annweiler liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, nahe dessen Ostrand im Nordwesten des Landkreises Südliche Weinstraße. Zu Annweiler gehören die Ortsteile Bindersbach, Sarnstall, Gräfenhausen und Queichhambach, außerdem eine 14,71 km² große Waldexklave in der Frankenweide nordwestlich der restlichen Stadtgemarkung.

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Auf der Burg Trifels existierte einst die sogenannte Königskapelle. Während des 17. Jahrhunderts gab es in der Stadt außerdem eine französische Kirche. Am Ende des Jahres 2013 waren 37,5 % der Einwohner evangelisch und 37,0 % katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.

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Am 14. September 1219 verlieh König Friedrich II. Annweiler die Stadtrechte. Im 18. Jahrhundert war Annweiler die kleinste aller Reichsstädte. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Stadt zu Pfalz-Zweibrücken. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Annweiler Sitz des gleichnamigen Kantons, dem 30 weitere Gemeinden angehörten, sowie der gleichnamigen Mairie, die zusätzlich Bindersbach, Gräfenhausen, Queichhambach und Wernersberg umfasste. 1815 hatte die Stadt 1758 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen. 1816 wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war die Stadt Bestandteil des Landkommissariat Bergzabern, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

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Die erste Nennung Annweilers geht auf das Jahr 1086 zurück. Die Gründung erfolgte, wie bei anderen Siedlungen mit der Endung -weiler, wohl im 7. oder 8. Jahrhundert. Benannt wurde Annweiler vermutlich nach einem Franken namens Anno oder Arno.

In den Jahren 1125 bis 1298 wurden die Reichskleinodien, darunter die Reichskrone, auf der Reichsburg Trifels aufbewahrt. 1193, möglicherweise bis 1194, war der englische König Richard Löwenherz Gefangener auf dem Trifels.

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Der Trifels spielt eine teilweise herausragende Rolle in der Geschichte der Adelsgeschlechter der Salier, der Staufer, der Wittelsbacher und des Hauses Pfalz-Zweibrücken, das eine Seitenlinie der Wittelsbacher darstellte.

Auf dem überwiegend nicht originalgetreu wieder aufgebauten Trifels können die Nachbildungen der Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches besichtigt werden. Die Originale befinden sich im Kunsthistorischen Museum Wien; dort sind sie in der Schatzkammer der Hofburg ausgestellt. Berg und Burg zählen zu den vorrangigen touristischen Ausflugszielen in der Pfalz. Der Trifels ist dort mit über 100.000 Besuchern pro Jahr nach dem Hambacher Schloss (200.000) die am zweithäufigsten frequentierte Burg. Diese Stellung verdankt der Trifels seiner Bedeutung im Mittelalter, besonders während der Staufer­zeit im 12. und 13. Jahrhundert. Die Reichsburg war damals für anderthalb Jahrhunderte Mittelpunkt historischer Ereignisse.

Das größte Interesse neben den Reichskleinodien weckt noch heute die Gefangenschaft des englischen Königs Richard Löwenherz, die hinsichtlich des Trifels allerdings nur für eine Zeitspanne von drei Wochen (vom 31. März bis zum 19. April 1193) mit Sicherheit belegt ist. Nicht historisch verbürgt wird die Begebenheit in der Blondelsage erzählt.

Einer weiteren Sage nach, die der bekannteren Kyffhäusersage ähnelt, soll im Trifels ein Kaiser schlafen. Nach der ältesten Version der Sage handelt es sich um Friedrich II., in jüngeren Versionen nehmen auch Friedrich Barbarossa bzw. Karl der Große diese Rolle ein. Die inhaltlich, zeitlich und lokal unterschiedlich auftretenden Versionen der Sage haben offensichtlich alle ihren Ursprung im lange vorherrschenden Volksglauben an die Rückkehr eines Friedenskaisers.

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Die Burg Trifels ist eine Felsenburg im südlichen Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz) nahe der südpfälzischen Kleinstadt Annweiler. Im Hochmittelalter hatte sie zwei Jahrhunderte lang, von 1113 bis wahrscheinlich 1310, den Status einer Reichsburg. Sie ist ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention.

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