Energiekrise

In Spanien gingen gestern Nacht die Lichter aus. Per Dekret wurde Strom sparen verordnet – Öffentliche Gebäude, Denkmäler und Schaufenster bleiben in der Nacht ab sofort dunkel. Klimaanlagen dürfen nur noch bis 27° kühlen und im Winter in öffentlichen Gebäuden und Kaufhäusern max. 19°. Solidarität von den Spaniern, dass sie unsere fehlgeschlagene Energiepolitik hilft auszubügeln.
Und was machen die Deutschen? Apotheken (ohne Notdienst) wetteifern mit dem Vollmond um die Helligkeit (und gewinnen). Um Nachts um 2 die Buchauslage zu studieren, empfiehlt sich eine Sonnenbrille und im Vodafone-Laden läuft die ganze Nacht ein Werbefilm. In der geschlossenen Eisdiele leuchten und blinken die Neonschilder. In den Modeläden werden Schaufensterpuppen und Taschen angestrahlt, vielleicht dass sie nicht frieren. Ein hell erleuchteter Bahnsteig und hundert Meter darüber hinaus, wo die nächsten Stunden kein Zug fährt.
Ganz zu schweigen von den Strahlern, die von unten Kirchen, Denkmäler u.ä. anstrahlen. mitten in der Nacht ohne potentielle Bewunderer*innen schon gar nicht.. Da hält man streng am Motto „Viel hilft viel“ fest – vermutlich ohne eine Ahnung, dass es nicht hilft und unter Unkenntnis oder Verdrängung wie viel es schadet. Also gegen Vandalismus und Schlimmeres – gibt’s massig Studien. Ebenso für die negativen Folgen für Insekten, Vögel und übrige Tierwelt – und für Menschen. Von den indirekten Folgen durch die Energieverschleuderung ganz abgesehen.
Wir haben ja eine Energiekrise, der Bürger soll sparen. Da sollte vielleicht mal die Geschäftswelt mitziehen. Und nicht nur über den fehlenden Umsatz jammern.

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