13. November 2019

Uli Hoeneß

Für Hoeneß ist es ein bitteres Ende einer bitteren Amtszeit von 2016 bis 2019. In der kommenden Woche am 15. November wird Hoeneß sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender abgeben. Nach 40 Jahren als Manager und Klubboss – abzüglich seiner Zeit im Gefängnis. Mancher wird diesen Schritt bedauern, doch ich denke das Hoeneß genau weiß das es an der Zeit ist, bevor ihn die Zeit überrollt.

Denn Hoeneß hat leider sein Gespür für die richtigen Aussagen zur rechten Zeit verloren. Er bepöbelte auf einer völlig missglückten Pressekonferenz Ex-Bayern-Spieler Juan Bernat („Er hat Scheißdreck gespielt und hätte uns fast die Champions-League-Saison gekostet“) oder Weltmeister Mesut Özil („Er hat seit Jahren einen Dreck gespielt“) nach dessen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Im November 2018 rechnete ein Bayern-Mitglied bei der Jahreshauptversammlung in einer elfminütigen Rede mit Hoeneß ab, warf ihm unter anderem falsche Personalentscheidungen vor. Ein schwerer Schlag, wie er später zugab.

Auch die großspurigen Ankündigungen von Hoeneß entpuppten sich als leere Worthülsen. Er kündigte eine Transfer-Offensive im TV an mit den Worten „Wenn Sie wüssten, wen wir schon sicher haben“. Es folgte: nichts. Er zettelte einen Streit mit dem Deutschen Fußball-Bund an und drohte, keine Spieler mehr abstellen zu wollen, weil er das Gefühl hatte, dass Bayern-Torwart Manuel Neuer nicht ausreichend Rückendeckung im Duell mit Herausforderer Marc-André ter Stegen bekam. Den DFB-Bossen rang das nur ein Schmunzeln ab, weil die Vereine verpflichtet sind, Spieler abzustellen. Selbst Bayern-Fans schlugen die Hände über dem Kopf zusammen.

Womöglich wäre es für alle besser gewesen, wenn Hoeneß nach dem Gefängnis nicht zum FC Bayern zurückgekehrt wäre.

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